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Jens Clausen

Das Selbst und die Fremde

Über psychische Grenzerfahrungen auf Reisen

Edition das Narrenschiff
Taschenbuch
Bonn 2008
ISBN 978-3-88414-473-2
340 Seiten
19.95 € / 30.50 sFr
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Psychische Grenzerfahrunge auf Reisen

Auf Reisen zu gehen, ferne Welten aufzusuchen, festgelegte Rollen hinter sich zu lassen und vorzustoßen in Räume voller Erwartung und Verheißung – dies ist der Dreh- und Angelpunkt eines zerbrechlichen Glücks und zugleich gefahrvoller Moment seelischen Scheiterns.

Denn nirgends mehr als auf Reisen tritt die Fragilität des Selbst zutage: Entscheidungen, die man getroffen, Beziehungen, die man geknüpft, das Leben, das man geführt hat – all das kann an der Schwelle zur Fremde aus der Balance geraten und leicht kann aus dem genüsslichen Baumeln der Seele ein bedrohliches Taumeln werden.

Jens Clausen geht der Frage nach, ob die Erfahrung der Fremde als besondere Auslösesituation einer psychischen Krise angesehen werden kann. Antworten findet er in literarischen Reisebeschreibungen, die eindrucksvoll zeigen, wie Menschen auf Reisen ihr Selbst verlieren können: Angst- und Panikattacken verunsichern, Dissoziationen verändern die Wahrnehmung, Depressionen machen handlungsunfähig, Psychosen konfrontieren mit der Schwierigkeit innerer und äußerer Abgrenzung. Schriftsteller wie Goethe, Hölderlin, Rilke, Schwarzenbach, Brinkmann, Sebald, Kertész und viele andere kommen hier zu Wort, deren Erlebnisse und Krisen in der Fremde auch vielen begeisterten Reisenden unter uns vertraut sein dürften.

Zu "Risiken und Nebenwirkungen des Reisens" schreibt Jens Clausen selbst in Psychologie Heute, Heft 5/2008. Hier finden Sie den Artikel "Krise in der Ferne".

Interviews mit Jens Clausen:

Resonanz

Janis Voss in emotion: "Anhand literarischer Reiseschilderungen beschreibt Clausen fesselnd, welche Gefahren und Glücksmomente auf uns warten, wenn wir die vertraute Heimat hinter uns lassen. Durch gut recherchierte Anekdoten erfahren wir von Freuds Heimweh oder den Gedanken Goethes in der Fremde. Für alle, die sich für die seelische Herausforderung des Reisen interessieren." Juli 2008

Gabriele Tergeist in Psychosoziale Umschau: "Dieses umfangreiche und anschauliche Werk von Jens Clausen ist kein »Reiseführer« im herkömmlichen Sinn, jedoch eine unbedingt lohnenswerte »Lesereise« in interessante Geschichten, in philosophische und psychoanalytische Exkurse, in fundierte Erklärungsansätze und in spannende und anregende Erlebniswelten."

Cornelia Schäfer in der Deutschen Welle: "Überhaupt will Clausen uns nicht in erster Linie warnen oder gar vom Reisen abhalten, sondern nur unserem Horizont erweitern. Schließlich weiß auch er: Reisen macht Spaß und Reisen bildet. Zu Risiken und Nebenwirkungen aber lesen Sie unbedingt Jens Clausens spannendes Buch!"

Verena Liebers in Gehirn & Geist: "Wohin ein Ortswechsel die Seele führen kann, schildert Clausen mit wissenschaftlicher Präzision und spickt dies mit vielen philosophischen Überlegungen. Das Ergebnis ist ein aufregendes Buch, das mit einer Fülle gut recherchierter Informationen aufwartet und mutig ein Thema aufgreift, das der Touristikindustrie nicht gelegen kommen wird." [ Zur vollständigen Besprechung ]

Zielgruppe: Psychiatrisch und literarisch Interessierte, begeisterte Reisende – (nicht nur) solche, die Verstörungen des Selbst in der Fremde von sich kennen.

Schlagwörter: Reisen, Entfremdung, Psychose, Depression, Halluzinationen, Stendhal-Syndrom, Heimweh.