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Kurzinformation
Ein auf Qualitätsindikatoren basierendes Qualitätsmanagement ist in mancher Hinsicht für Therapeuten neu und ungewohnt. Es erfordert eine Erweiterung des Blickwinkels über den individuellen Patientenkontakt hinaus und versteht Behandlungsqualität als das Ergebnis aller Interaktionen im Gesundheitssystem. Mit Hilfe des Indikatoren-Sets kann eine konzeptionelle Grundlage erarbeitet werden, die für die Qualitätssicherung von integrierten Versorgungsprojekten für schizophren Erkrankte genutzt werden kann.
Qualitätsindikatoren sind spezifische und messbare Elemente der Versorgung, die zur Bewertung der Qualität verwendet werden können. Die Qualität der medizinischen Versorgung ist definiert als das »Ausmaß, in dem Gesundheitsdienste für Individuen und Populationen die Wahrscheinlichkeit erwünschter gesundheitlicher Outcomes (Behandlungsergebnisse) erhöhen und mit dem gegenwärtigen Wissen des Fachgebiets übereinstimmen«.
Aspekte der Behandlungsqualität wurden in Deutschland in den letzten Jahren insbesondere unter dem Blickwinkel der Über-, Unter- und Fehlversorgung diskutiert. Aufgabe der Qualitätsforschung bei der Schizophrenie ist es daher, Diskrepanzen zwischen optimaler und tatsächlicher Behandlung und Versorgung sowie den Einfluss von patientenassoziierten und von behandlungssystemassoziierten Faktoren auf Behandlung und Versorgung herauszuarbeiten, die Behandlungsqualität mit validen Methoden darzustellen, möglichen Veränderungsbedarf aufzuzeigen und Ansätze für Qualitätsverbesserungen zu finden. In den USA und zunehmend auch in Deutschland haben in den letzten Jahren viele Gruppen von Personen, die direkt oder indirekt von psychischen Erkrankungen betroffen sind, auf eine Verbesserung von Behandlungsprozessen und Behandlungsergebnissen hingewirkt.
Schlagwörter: Qualitätsmanagement, Gesundheitsdienste, Behandlung, Schizophrenie, Versorgung, Evaluation
Stefan Weinmann, Dr. Dr. med., Jg. 71, arbeitet wissenschaftlich in der Sozialmedizin und Epidemiologie an der Charité im Bereich psychiatischer Versorgungsforschung. Er hat in Medizin und Gesundheitswissenschaften/Public Health promoviert und ist Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie.
Thomas Becker, Prof. Dr. med., Jg. 1956, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie, Abteilung Psychiatrie II der Universität Ulm, im Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde.
Vom selben Autor im Psychiatrie-Verlag: "Erfolgsmythos Psychopharmaka. Warum wir Medikamente in der Psychiatrie neu bewerten müssen"
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