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Thomas Gill, Brigitta Schülke

Immer wieder Achterbahn

Leben zwischen Manie und Depression

DVD
ISBN 978-3-88414-465-7
19.95 € / 37.20 sFr
60 Minuten
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Film über bipolare Störungen

Behutsam führt der Film in den Alltag der Betroffenen und ihrer Angehörigen ein, zeigt Depressionen und Manien, die sich mit Phasen der Normalität abwechseln. Es sind Geschichten von Menschen, die nicht aufgeben, obwohl die Krankheit ihre Lebensplanung mehrfach zerstört hat.

  • Lena lebt mit ihrem Mann und drei Kindern zurückgezogen in einem kleinen Dorf in Bayern. "Für mich ist ein geregelter Tagesablauf wichtig, jedes unvorhergesehene Ereignis, positiv oder negativ, kann bei mir etwas auslösen." In manischen Phasen hat Lena Türen eingetreten, ihre Familie verlassen und sich selbst in Gefahr gebracht. Die andere Seite sind ihre Depressionen. Dann kann sie sich kaum noch um ihre Kinder kümmern. "Ich bin dann der einsamste Mensch der Welt", sagt sie. In solchen verzweifelten Situationen hat sie schon mehrmals versucht, sich das Leben zu nehmen. Für ihren Ehemann sind Lenas manische und depressive Phasen "die Hölle".
  • Jakob war schon zwölf Mal für mehrere Monate in der Psychiatrie - zum Teil zwangseingewiesen. Mit 18 versuchte er zum ersten Mal, sich das Leben zu nehmen. Nach 27 Jahren mit bipolaren Störungen beschreibt er sein Leben als "ständiges Auf und Ab wie ein Jojo". "Ohne die Krankheit hätte ich studiert, sicher eine Firma gegründet - aber durch die Depressionen und Manien zerstörte ich mir immer wieder alles, was ich mir vorher aufgebaut hatte." Jakob war als Textilhändler viel im Ausland. Auf seinen stressigen Reisen entwickelte er Psychosen. So glaubte er, Agent zu sein: "Ich bin in meinen Manien so überzeugend, dass ich mehrere ausländische Geheimdienste und die Polizei beschäftigt habe."
  • Die Studentin Sandra hat ihre Diagnose "manisch-depressiv" erst vor wenigen Wochen bekommen, obwohl sie schon seit zehn Jahren erkrankt ist. Depressionen dauerten bei ihr bis zu einem halben Jahr. Sie ging monatelang nicht aus dem Haus. Sie wurde ausschließlich gegen Depressionen behandelt, die manischen Episoden erkannten die Ärzte nicht. In der ambulanten Sprechstunde der Berliner Universitätsklinik Charité lernt Sandra jetzt, dass das Ziel der Therapie ist, "die Extreme zu bekämpfen".

Bei Menschen, die über einen langen Zeitraum unter extremen Stimmungsschwankungen leiden, spricht man von einer manisch-depressiven Erkrankung, auch bipolare Störung genannt. Sie werden von den Stimmungsschwankungen förmlich zerrissen. Das wiederkehrende Auf und Ab der Emotionen führt vielfach zu Isolation und Vereinsamung. Ein geregeltes Leben ist zwischen Manie und Depression kaum möglich. Das Suizid-Risiko dieser Patienten ist dreißig Mal höher als in der Normalbevölkerung. Bis heute ist nicht bekannt, warum Menschen manisch-depressiv werden. Klar ist nur, dass es bei dieser Stoffwechselkrankheit eine hohe genetische Disposition gibt. Aber noch immer wird die Krankheit zu spät diagnostiziert.

1 EUR pro verkauftem Film geht als Spende an die Deutsche Gesellschaft für Bipolare Störungen e.V. (DGBS).

Resonanz

Christine Hunsänger in Psychosoziale Umschau: "Der 60-minütige Film macht in eindrucksvoller und überzeugender Weise Mut."

Ilse Eichenbrenner in Soziale Psychiatrie: "Der Film, der bereits in Arte und ZDF ausgestrahlt wurde, ist mit seinem ruhigen Wellengang ein Genuss. Trotz seines thematischen Tiefgangs bleibt er leicht, fast heiter. Schnitt und Collage beweisen, dass die beiden Filmemacher ihr Thema wirklich durchdrungen haben. Szenen und Gesichter wechseln überaus behutsam und folgerichtig, gehen ineinander über; trotzdem bleiben drei sehr individuelle Porträts im Gedächtnis haften.
Jenen Profis, die mit sehr schwer gestörten Klienten arbeiten, mag vieles zu harmlos, vielleicht sogar all zu harmlos erscheinen. Aber es gibt auch sie, - die neuen Experten der eigenen Erkrankung, die Zielgruppe für Recovery, und man kann von ihnen für andere profitieren.

Wer privat mit dem Phänomen der affektiven Störungen konfrontiert ist, wird vieles kennen, heftiger vielleicht oder katastrophaler. Er wird trotzdem neue Argumente finden für eine optimistische Perspektive und mehr Gelassenheit. Betroffene werden motiviert, aktiv zu werden, und sich nicht selbst und ihr Umfeld fatalistisch dieser Achterbahn auszuliefern.

Ganz besonders geeignet erscheint mir dieser gut komponierte Dokumentarfilm für Schule, Ausbildung und Studium. Er überlässt denen das Wort, um die es geht. Er läßt sich die Zeit, die professionelles Zuhören braucht. Er übt den sensiblen Umgang und verzichtet auf altkluge Ratschläge. Er bleibt ambivalent und verkneift sich das Lob der öden Tiefebene." Zur vollständigen Besprechung.

Stichwörter:
  Bipolare Störung, Depression, Manie, manisch-depressive Krankheit, psychische Erkrankung, Psychose

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